Zeitraum vor 1945 (Vorgängergemeinden Ammerbuchs):

Seit 1806 bis 1938 gehörten alle Gemeinden der späteren Gemeinde Ammerbuch zum Oberamt Herrenberg. 1938 wurden diese dann dem Kreis Tübingen zugeordnet.

Eine erste schriftliche und für Württemberg allgemeine Regelung zur Verfassung der Gemeinden gibt es seit 1758 mit der “Württembergischen Communeordnung”. In ihr ist auch schon früh für die damalige Zeit geregelt, dass die Organe und Funktionsträger der Gemeinden, von der (wahlberechtigten) Bürgerschaft selbst gewählt werden. 1818 bzw. 1822 wurde dann mit dem “Edikt über die Gemeinde-Verfassung des Königreichs Württemberg” und dem “Verwaltungs-Edikt für die Gemeinden, Oberämter und Stiftungen” die Grundlage für die kommunale Selbstverantwortung geschaffen. Die Rolle des heutigen Gemeinderates hatten damals zwei Gremien: der Gemeinderat (als auf Lebenszeit gewähltes Beschlussorgan) und der Bürgerausschuss (als regelmäßig gewählte Vertretung der Bürgerschaft zur Überwachung des Gemeinderates). (Freie/Bürgerliche) Wählervereinigungen gab es allerdings damals allerdings noch nicht.

Erst in der Weimarer Republik 1919 gab es dann nur noch einen Gemeinderat und auch (Freie/Bürgerliche) Wählervereinigungen als Wahllisten bei den Gemeinderatswahlen. Eine ggf. erste Vorgängergruppierung der (Freien/Bürgerlichen) Wählervereinigungen war hier in Entringen bei der Gemeinderatswahl am 15.05.1919 die Wahlliste “Bürgerpartei”. Bei der Gemeinderatswahl am 13.12.1925 in Entringen taucht dann (wohl stattdessen, da die Personen meist identisch sind) eine Wahlliste mit dem Namen “Bürgerliche Parteien” auf.

Für die anderen Ortsteile sind Recherchen noch nicht erfolgt.*

Zeitraum nach 1945 bis 1971 (Vorgängergemeinden Ammerbuchs):

1946.Stimmzettel

Erste Erwähnung der FWV in Entringen zur Gemeinderatswahl 1946

Bei der ersten Gemeinderatswahl nach dem Zweiten Weltkrieg am 15.09.1946 nahm dann als Wahlliste in Entringen erstmal die “Freie Wählervereinigung (FWV)” teil, die damit bis heute durchgängig im Gemeinderat vertreten ist und seit 70 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv ist. Bei der Gemeinderatswahl in Entringen am 28.11.1948 gibt es dann (wohl statt der FWV, da die Personen meist identisch sind) die Wahlliste “Bürgerliche Wählervereinigung (BWV)”. Bei der Gemeinderatswahl am 15.11.1953 tauchen dann als Wahllisten FWV wie BWV auf. Dies blieb dann so bis zur Verschmelzung der Gemeinde Entringen mit der neuen Verbandsgemeinde Ammerbuch. Andere Wahllisten oder Parteilisten (CDU, SPD) außer der BWV/FWV gab es bis 1971 in Entringen nicht.

Für die anderen Ortsteile sind Recherchen noch nicht erfolgt.*

*die bisherigen Forschungsergebnisse zu Entringen verdankt der Ortsverband Reinhold Bauer

Zeitraum ab 1971 (Gemeinde Ammerbuch):

Freie Wähler (Vereinigungen) gab es in Ammerbuch schon seit dem Zusammenschluß zur Gemeinde „Ammerbuch“ im Jahre 1971. Seit 2015 haben sich die Freien Wähler der BWV (Bürgerlichen Wählervereinigung) und FWV (Freie Wählervereinigung) zum Freie Wähler Ortsverband Ammerbuch zusammengeschlossen. Zuerst gab es als Mitbewerber nur die SPD. Erst 1975 kam dann die CDU als Wahlliste zusammen mit der BWV und 1980 die GAL als Mitbewerber dazu.

Bei den Gemeinderatswahlen erreichten die Freie Wähler folgende Stimmenanteile* (Freie Wähler GR Wahlergebnisse seit 1971):

1972 Freie Wähler Gesamt 85 % (BWV 27,2 %, FWV 57,8 %), GAL n.a., CDU n.a., SPD 15 %

1975 Freie Wähler Gesamt 91,8 % (BWV 46,1 %, FWV 45,7%), GAL n.a. , CDU n.a. (Liste mit BWV), SPD 8,2 %

1980 Freie Wähler Gesamt 63,1 % (BWV 32,8 %, FWV 30,3 %), GAL 3,7 %, CDU 18,7 %, SPD 14,5 %

1984 Freie Wähler Gesamt 49,4 % (BWV 24,8 %, FWV 24,5 %), GAL 14,3 %, CDU 21,9 %, SPD 14,4 %

1989 Freie Wähler Gesamt 45,1 % (BWV 25,9 %, FWV 19,3 %), GAL 16,4 %, CDU 23,7 %, SPD 14,8 %

1994 Freie Wähler Gesamt 52,4 % (BWV 24,1 %, FWV 28,2 %), GAL 16,6 %, CDU 19,3 %, SPD 11,7 %

1999 Freie Wähler Gesamt 53,5 % (BWV 26,1 %, FWV 27,5 %), GAL 20,0 %, CDU 17,8 %, SPD 8,7 %

2004 Freie Wähler Gesamt 42,6 % (BWV 21,5 %, FWV 21,1 %), GAL 22,4 %, CDU 24,2 %, SPD 10,8 %

2009 Freie Wähler Gesamt 39,4 % (BWV 20,7 %, FWV 18,6 %), GAL 27,3 %, CDU 24,3 %, SPD 8,5 %

2014  Freie Wähler Gesamt 34,7 % (BWV 13,8 %, FWV 20,9 %), GAL 28,6 %, CDU 26,7 %, SPD 10 %

2019  Freie Wähler Gesamt 34,7 % (BWV 13,7 %, FWV 16,4 %), GAL 34,6 %, CDU 22,9 %, SPD 12,4 %

*1975: BWV/CDU haben gemeinsame Liste; 1980: UUB als Vorläuferliste der GAL tritt erstmals an; 2009: die Liste OWA tritt an, da sie nur ca. 0,5% erreicht bleibt sie in dieser Darstellung ohne Erwähnung

Wir werden diesen Bereich in Zukunft noch erweitern und weitere Informationen und Details zur Geschichte der Freie Wähler in Ammerbuch bereitstellen. Hinweise und Anmerkungen können gerne über unser Kontaktformular oder den Vorstand an uns gegeben werden.


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